Samstag, 30.05.2020 10:25 Uhr

Der Wald ist unser Schicksal

Verantwortlicher Autor: Friedrich S. Lenz Bad Dürkheim, 12.04.2020, 17:30 Uhr
Presse-Ressort von: Friedrich S. Lenz Bericht 5033x gelesen
Baumsterben durch Trockenheit und Sturm
Baumsterben durch Trockenheit und Sturm  Bild: © Lenz

Bad Dürkheim [ENA] Die lange Trockenheit und die heißen Sommer haben in unseren Wäldern bereits sehr gravierende Schäden hinterlassen. Doch die Folgen und Auswirkungen werden wir erst in den nächsten Jahren so richtig feststellen können. Noch immer steht der Slogan im Raum „Wenn der Wald stirbt, stirbt der Mensch."

Das Team von Wohllebens Waldakademie, bestehend aus erfahrenen Förstern, Geographen, Ökologen und Naturpädagogen bringt es auf den Punkt: „Viele Bäume haben unter der langen Trockenheit und Wärme gelitten, sind zum Teil ausgetrocknet oder gerissen. Der heiße Sommer dieses Jahres wird noch in den nächsten Jahrzehnten zu spüren sein: die Bäume merken sich die starke Hitze und werden in Zukunft vorsichtiger mit ihrem Wasser haushalten. Das hat zur Folge, dass die Bäume langsamer wachsen und so natürlich auch weniger Holz bilden werden."

„Wir sehen noch an ganz anderer Stelle die verheerende Wirkung der Trockenheit und Hitze: Waldbrände. Nicht nur südliche Länder wie Portugal, auch Deutschland ist diesen Sommer stärker betroffen als sonst. Besonders viele Waldbrände haben wir dieses Jahr in Brandenburg. Allerdings ist das Problem auch hier menschengemacht: besonders leicht brennen Monokulturen und Plantagen aus Nadelholz, wie etwa die in Brandenburg häufig anzutreffende Kiefer. Die in den Nadelhölzern enthaltenen Terpene brennen wie Benzin."

„Unter Nadelbäumen ist es darüber hinaus immer besonders trocken, da sie von Natur aus nicht gewohnt sind, mit ihrem Wasser haushalten zu müssen. Naturnahe Laubwälder haben jedoch gar kein Problem mit Waldbränden und leiden auch deutlich weniger unter der Hitze.“ Die Stärkung der Anpassungsfähigkeit unserer Wälder steht durch den Klimawandel im Vordergrund. Die Wiederbewaldung und der behutsamer Waldumbau zu artenreichen Mischwäldern hat höchste Priorität.

Erwin Thoma, Dr. Ing. widmet in seinem Buch „Die geheime Sprache der Bäume“ ein eigenes Kapitel dem Holz und der Gesundheit und vergleicht die Bäume mit guten Freunden. „Diejenigen, die sich Bäume als Freunde und Lebensbegleiter ausgewählt hatten, wurden lange Zeit als weltfremde Romantiker belächelt. Welch großen Dank wir bekommen, wenn wir Bäume und ihr Holz als Weggefährten in unser Leben einbauen, enthüllt die Wissenschaft gerade in beeindruckenden Forschungen.“ Besonders in Zeiten von „Corona“ und des Klimawandels bilden der Mensch und der Wald eine Schicksalsgemeinschaft. Fotos: © www.lenz.en-a.ch

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