Donnerstag, 21.06.2018 07:02 Uhr

Unterstützungsprogramm für Kinder von Inhaftierten

Verantwortlicher Autor: Öff. i. B. S. - Sebastian Bauer Schleswig-Holstein, 02.06.2018, 17:42 Uhr
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Schleswig-Holstein [ENA] Die 'stadt.mission.mensch' startet ein neues Beratungs- und Unterstützungsangebot für Kinder und Familien von Inhaftierten. Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack hat am Donnerstag den Förderbescheid für das bundesweit einzigartige Projekt übergeben. Die Stadtmission bietet damit nun in ganz Schleswig-Holstein Familien und Kindern von Inhaftierten entsprechende Hilfe an.

Die Stadtmission hilft bei allen Fragen zum Thema Gefängnis, unterstützt beim Umgang mit der Thematik und bietet Akuthilfe bei Überforderungen oder Verunsicherungen an. Darüber hinaus vermitteln die Sozialpädagogen in weiterführende Fachangebote, sofern dies erforderlich und von den Familien gewünscht ist. Ein Schwerpunkt des Angebotes wird in der direkten Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen liegen. "Wir möchten den Kindern der Inhaftierten eine Stimme geben, sie in die Entwicklung unseres Angebotes mit einbinden und somit zielgerichtet die Unterstützung leisten, die sie selbst auch benötigen und von uns einfordern", so Karin Helmer, Geschäftsführerin der Stadtmission.

Internationale Schätzungen gehen davon aus, dass etwa die Hälfte der Gefangenen Kinder unter 18 Jahren hat. In Schleswig-Holstein sind rund 800 Kinder dauerhaft von einem inhaftierten Elternteil getrennt. Eine der ersten Studien zum Wohlergehen dieser Kinder im Rahmen des EU-geförderten 'Coping-Projekts' hat ergeben, dass die Inhaftierung eines Elternteils negative Effekte auf die psychische Gesundheit von Kindern hat.

"Ich freue mich sehr, dass wir zusammen mit der Stadtmission dieses Vorhaben umsetzen können und erstmals die Kinder von Inhaftierten in den Mittelpunkt stellen. Diese leiden häufig besonders unter der Inhaftierung eines Elternteils, wissen nicht, wie sie mit der Situation umgehen können und haben bisher keine passgenauen Unterstützungsmöglichkeiten", so Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack in einer Mitteilung des schleswig-holsteinischen Justizministeriums.

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