Mittwoch, 15.04.2026 00:13 Uhr

Die deutsche Partyhauptstadt in vollendeter Kreativität

Verantwortlicher Autor: Rainer K. Kämpf Berlin, 14.04.2026, 19:26 Uhr
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Berlin [ENA] Schon während des ersten Queerlesens des in Rede stehenden Gesetzes ist man hochgradig abgestoßen, wenn man über die Verballhornung von „Anwohnenden“ stolpert. Normal tickende Leser stößt so etwas abrupt ab. Aber darum geht es im Grunde nicht, sondern um Berlin. Wobei Verballhornungen in Verbindung mit der Hauptstadt der Bunten Republik als durchaus wesenseigen empfunden werden können.

Begeben wir uns also auf einen gedanklichen Streifzug durch die ungebremst fallende Stadt. Berlin, Babylon der kulturpolitischen Entgleisungen, bringt offenbar etwas auf den Weg. Ein neues Gaststättengesetz. Was naturgemäß zum Streit führt, denn im Zuge dessen sollen die Straßenkneipen länger öffnen. Anwohner, die einer geregelten wertschöpfenden Beschäftigung nachgehen (nein, wirklich, solche soll es noch geben), sind aus verständlichen Gründen weniger begeistert und fürchten um ihren regenerativen Schlaf. Den bräuchten sie, um die „Partyhauptstadt“, wie Berlin sich treffend generiert, am Laufen zu halten.

Wobei, bei Lichte betrachtet, diese Aufregung gar nicht nötig wäre, denn wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Wirkungsstätte fahren muß, kann sich ausgiebig Zeit lassen. Die S-Bahn fährt regelmäßig auf bestimmten Linien gar nicht oder verkehrt nach dem Zufallsprinzip (Verlinkungen erübrigen sich zu diesem Punkt, da die Liste den Rahmen des Beitrages sprengen würde). Berlin allerdings wäre nicht Berlin, hätte es nicht noch ein Sahnehäubchen parat. Den Kick bringen dann fast tägliche Stromausfälle in nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Stadtteilen.

Man könnte nun auf den Gedanken kommen, die durch den Dschungel des Molochs Irrenden sinnvoll zu beschäftigen. Für die Touristen, falls sich welche das Abenteuer noch antun, wurde eine geniale Lösung gefunden: Die sollen neuerdings zum Müllsammeln motiviert werden. Das wäre so genial wie effizient. Statt sinnlos auf den S-Bahnsteigen herumzulungern, könnten die freigesetzten Arbeitskräfte Kaugummis und Stummel sammeln. Und zu früher Morgenstunde käme es zu spontanen Sit-ins mit den ins Hotel strebenden Aktivgästen, die hochmotiviert den Straßenbesen hinterherziehen.

Die Partyhauptstadt, die sich so wohlig arm und sexy fühlt, hat sich, manche Leute schütteln mit dem Kopf, für die Austragung der Olympischen Spiele beworben. Irgendwann zwischen 2036 und 2044. Hoffentlich bekommen die den Zuschlag. Ja, jetzt werden wieder Einwände kommen, die könnten kaum einen Kindergeburtstag organisieren. Stecken wir die pessimistische Meckerei einfach mal weg und denken positiv. Der tägliche Orientierungswahnsinn, um zu Spielstätten zu gelangen, könnte mit einem Bonussystem aufgepeppt werden für die, die die Siegerehrung noch vor Ort schaffen. Und bei sicher hunderttausenden Besuchern wäre der urbane Müllhaufen endlich mal wieder blitzblank!

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