Sonntag, 11.10.2026 08:08 Uhr

100 Werke Mueller-Stahls in den Opelvillen Rüsselsheim

Verantwortlicher Autor: Ekkehart Nupnau Rüsselsheim, 11.10.2026, 06:47 Uhr
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Mahnende Bilder von Armin Mueller-Stahl - eine klare Botschaft in unruhiger Zeit
Mahnende Bilder von Armin Mueller-Stahl - eine klare Botschaft in unruhiger Zeit  Bild: Ekkehart Nupnau

Rüsselsheim [ENA] 100 Werke des 95-jährigen Ausnahmekünstlers und Multitalents Armin Mueller-Stahl sind vom 18.Oktober 2026 bis 4.April 2027 bei der Kunst-und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim zu sehen. Seine politisch ausgerichteten Malereien sind ein mahnender Appell an Krieg und gesellschaftliche Umbrüche.

Ein Schwerpunkt der Schau Armin Mueller-Stahl - Nacht und Tag auf der Erde - liegt auf seinen politisch ausgerichteten Malereien. Darin zeigt er seine persönlichen Erfahrungen - insbesondere der Flucht - , die Verarbeitung der politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten in einer eindrucksvollen, mahnenden und klaren Bildsprache. Erinnerungen werden wach an die Ausstellung in der Kunsthalle Rostock. Wenige Tage zuvor hatte Putin die Ukraine überfallen und einen bis heute andauernden Krieg ausgelöst, als Mueller-Stahl seine Wut in einem großformatigen Bild ausdrückte. Seine Devise: Alles, was mich beschäftigt, muss Wort oder Bild werden. Konsequent findet man Putin in Mueller-Stahls Galerie der Schurken.

Insbesondere der auch in Deutschland wieder auflebende Antisemitismus bringt Mueller- Stahl in Aufruhr. Kurz vor seinem 95. Geburtstag hatte er im letzten Dezember in einem Pressegespräch seine Gedanken zum Verlassen der Bundespepublik Deutschland geäußert. Ein Aufschrei in der deutschen Medienlandschaft und in der Bevölkerung. Er wolle das nicht noch einmal alles erleben. Das Erstarken der Rechtsextremen insbesondere im Osten Deutschlands mache Angst. Dem Antisemitismus sagt Mueller-Stahl klar den Kampf an. In seinem Buch "Jüdische Freunde und Weggefährten" dokumentiert er, wie er die Coronazeit genutzt und in 100 großformatigen Bildern jüdische Wegbegleiter zur Herzenssache gemacht hat. Bei Reflektion seines Lebens waren Juden prägend.

Von dem Schicksal Olga Oppenheimers bewegt, malte Mueller-Stahl jüngst ein Porträt der vergessenen jüdischen Künstlerin, die 1941 in Halamar getötet wurde. Ihr Bildnis wird erstmals in den Opelvillen zu sehen sein.Zur Ausstellung erscheint ein repräsentativer Katalog in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Emden und Schloss Moyland, wo die Ausstellung zuvor Tausende Besucher angezogen hatte. Öffnungszeiten:Di.,Do.-So. 10-18 Uhr, Mi. 10-20 Uhr. Eintritt: Di.-Fr. 8€, Sa.,So., 10€, ermäßigt 6€, Familienkarte 12€.

Mueller-Stahl blickt auf einen Schurken
Mueller-Stahl vor seiner Kunst
Es genügt ein Mensch zu sein...Mueller-Stahls Devise
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