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Stephan Leyhe: Ich habe mir zu viel Druck gemacht

Verantwortlicher Autor: Mariusz Mazurek Nordhorn, 17.04.2024, 15:58 Uhr
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Stephan Leyhe
Stephan Leyhe   Bild: Mariusz Mazurek

Nordhorn [ENA] Stephan Leyhe startete wie fast alle seine Teamkollegen fulminant in die Saison und belegte beim Saisonauftakt in Ruka den dritten Platz. Im Laufe der Wochen fiel er jedoch in ein großes Loch, aus dem er sich bis zum Ende des Winters nicht mehr befreien konnte.

Ich bin seit August im ständigen Wettkampfmodus. Als Mitglied der B-Mannschaft kämpfte ich so hart ich konnte, um wieder in die Weltcup-Mannschaft zu kommen. Das war die erste Herausforderung. Im Oktober und November wurde intensiv trainiert und ab Ende November fanden vier Monate lang jedes Wochenende Wettkämpfe statt. Körperlich habe ich das gut überstanden, aber es war wirklich viel – gesteht Stefan Horngachers Schützling im Interview mit Hna.de.

Der Start selbst war besser als ich erwartet hatte. Allerdings konnte ich im weiteren Verlauf der Saison nicht mehr die gewohnte Konstanz zeigen. Das liegt an vielen Faktoren, unter anderem daran, dass die Mitte des Feldes von Jahr zu Jahr dichter wird und wer zwei Meter näher als im letzten Jahr springt, ist sofort zehn Plätze schlechter platziert – stellt der deutsche Vertreter fest. Dies war die Saison, in der ich auf dem Weltcup-Podium stand, was an sich schon ein ziemlich gutes Ergebnis ist, aber mit diesem Winter bin ich nicht ganz zufrieden. Wenn man sich den Anfang anschaut, weiß ich, dass mehr hätte getan werden können. Vielleicht habe ich mir zu viel Druck gemacht.

Der 23. Platz im Endklassement ist nicht schlecht, aber ich habe mit einem Platz unter den besten Fünfzehn gerechnet - gibt der Skispringer aus Willingen zu, - Wenn es um die für mich interessantesten Momente der Saison geht, ist der erste Platz auf jeden Fall die Mannschaftsmedaille bei der Skiflug-WM, aber auch der Start in Ruka, wo ich Dritter und Fünfter wurde. Es war mein bestes Wochenende. Eine weitere interessante Veranstaltung war Willingen, da es mit Wind, Regen und allem Drum und Dran einfach spektakulär war. Manchmal denkst du, wie verrückt es ist, dass man diesen Sport bei diesem Wetter überhaupt ausüben kann – lacht Leyhe.

Der 23. Teilnehmer der letzten Weltcup-Saison denkt noch nicht an ein Karriereende und wird bald mit den Vorbereitungen für die nächste Saison beginnen. - Ich bin kein junger, dynamischer Wilder mehr, der alles durch Übereifer kompensieren kann, sondern ich habe mehr Erfahrung und ein gewisses Maß an Selbstbeherrschung. Mit 32 bin ich noch nicht wirklich alt. „Skispringen macht mir immer noch großen Spaß und solange ich Erfolge erreiche, werde ich dabei bleiben“, so das Fazit des deutschen Skispringers.

Der Vertreter des Vereins SC Willingen verzeichnete im Winter 2019/20 seine bisher beste Saison und endete mit dem sechsten Platz in der Gesamtwertung und ... einem Bänderriss im Knie. Am 8. Februar 2020 errang er auf „seiner“ Schanze in Willingen seinen einzigen Sieg im Weltcup. Darüber hinaus stand er noch fünf weitere Male auf dem Podium der höchsten Wettbewerbe. Lehye ist außerdem fünfmaliger Mannschaftsmedaillengewinner bei Meisterschaftsveranstaltungen und der dritte Teilnehmer der Vierschanzentournee 2018/19.

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